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Radwegekonzept in Schwarzenbruck

Experten schätzen, dass sich bis zu 30 Prozent der Pkw-Fahrten auf den Radverkehr verlagern ließen. Dass dieses Ziel erreichbar ist, zeigen Städte wie Kopenhagen, Amsterdam oder auch Münster, wo der Radverkehrsanteil mit 38 % sehr gut vertreten ist. Aber auch in unserer Gemeinde wäre das Rad eine echte Alternative, denn nach Untersuchungen führen 40-50 % der Autofahrten über eine Strecke von weniger als fünf Kilometer Länge. Sie liegen damit in einem Entfernungsbereich, in dem das Fahrrad sogar das schnellste Verkehrsmittel ist. In der Praxis würde das zwar nicht bedeuten, dass wir die 10.000 Fahrzeuge Durchgangsverkehr pro Tag wegradeln können! Aber wir können die 6000 Fahrzeuge pro Tag im Binnenverkehr durch mehr Radverkehr reduzieren! Und zwar im ganzen Gemeindegebiet Schwarzenbruck...


Dazu benötigt die Gemeinde aber ein umfassendes und wertschätzendes Radwegenetz in und um Schwarzenbruck!

Das i.n.s. - Institut für innovative Städte aus Röthenbach a. d. Pegnitz – beschäftigt sich nun mit der Entwicklung eines Radverkehrskonzepts für das Nürnberger Land. Bei diesem Konzept liegt der Fokus auf einem Alltagsradverkehrsnetz für das Nürnberger Land.

 

 


Am 24.09.2019 wurde in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der erste Entwurf des Radewegekonzeptes für Schwarzenbruck vorgestellt. „Der Bau- und Umweltausschuss beschloss in der Sitzung den Entwurf der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.“, so die Gemeindeseite…

 

Am 22.10.2019 fand dazu nun ein sogenannter Workshop mit Bürgerbeteiligung statt, wobei die Einladung beim Publikum eine etwas andere Erwartungshaltung hat aufkommen lassen: von einer „Vorstellung eines Radwegekonzepts“ kann zu diesem Zeitpunkt nicht die Rede sein… Hier ist der Eindruck entstanden, dass das Konzept schon fertig sei – das Gegenteil ist der Fall. Leider blieben so mit großer Wahrscheinlichkeit wertvolle Teilnehmer der Veranstaltung fern.

 

Es wurde nun durch einfache Gruppenarbeit an Stelltafeln zum Wegenetz, zu den Radfahranlagen und zu Fahrradstraßen gebrainstormed. Im Anschluss wurden die Ergebnisse dem Plenum vorgestellt.

 

Der Abend brachte nicht den großen Wurf! Die von den BürgerInnen geforderten Punkte wie Fahrradboxen und -stellplätze am Bahnhof wie an allen anderen Gemeindehäusern, ein Radschnellweg an der B8, eine radfahrerfreundliche Lösung für die „Obi-Kreuzung“, bessere Querungsmöglichkeiten auch im unteren Ortsteil für Radler, eine Stellplatzsatzung, die u.a. auch den Tausch eines PKW-Stellplatzes in viele Fahrradstellplätze möglich macht, sowie eine deutliche farbliche wie bauliche Abgrenzung und damit Stärkung des Radverkehrs gegenüber dem Autoverkehr sind hinlänglich bekannt.

 

Wie auch? Schon im Vorgespräch mit der Bürgerinitiative „Albtraum B8“ betonte Frau Dr. Hufmann-Bisping vom i.n.s., dass der politische Wille entscheidend ist. Der politische Wille war in den letzten beiden Jahren stets nur nach Druck durch die BI B8 erkennbar.

 

Die Innovationsunlust war schon in der Bauausschusssitzung zum Thema, aber auch am 22.10.2019 zu erkennen: Gemeinderäte warfen sich amüsierte Blicke zu, wenn Bürger bei der Ergebnispräsentation z.B. „asphaltierte Fahrradwege“ einbrachten – die Damen und Herren dürfen gerne mit Ihren PKWs über ungeteerte Wege fahren, wenn Sie wollen, aber Radfahrern nicht das Recht auf ein schnelles Vorankommen absprechen.

 

Da lag der Vorwurf in der Luft, dass damit ja eine unnötige Oberflächenversiegelung stattfinden würde und sich der Fahrradfahrer entscheiden müsse, ob er nun wirklich für den Umweltschutz sei oder nicht… Als Frau Dr. Hufmann-Bisping am Ende die Gemeinderäte motivieren will und äußert, dass man sich nun aufmachen muss in eine neue Zeit der Mobilität, raunten sich anwesende Gemeinderäte zu, dass man in der Vergangenheit schon sehr viel für die Radfahrer getan habe.

 

Dem widersprechen wir und fordern endlich einen leidenschaftlichen Aufbruch in eine mobile Zukunft in Schwarzenbruck, die sich auch des Radverkehrs in Schwarzenbruck annimmt.

 

Diese Position bezieht auch Frau Dr. Hufmann-Bisping in ihrem Schlusswort: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass eine sichere, komfortable und auch schnelle Querung der B8 und ein besserer Radweg entlang der B8 für die Bürgerinnen und Bürger eine hohe Priorität hat.“

 

Herr Ernstberger erwähnt in seiner Verabschiedung, dass sich die Gemeinde schon auf den Weg gemacht hat und aktuell die Fahrradstellplätze am Bahnhof plant.

 

Hier haben wir von der Bürgerinitiative einen guten Vorschlag aus Sonthofen! Wir bitten das Rathaus diese gelungene Umsetzung zu überprüfen und als ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen.

Das kann bezüglich der Fahrradboxen auch bedeuten, dass man in Vorleistung gehen muss, aber so ist das nun mal mit neuen Projekten!

 

Norbert Dambaur, Reiner Dresel, Christoph Saddey

(Sprecher der Bürgerinitiative „Albtraum B8!“)

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