Zweite Logistikhalle in Ochenbruck genehmigt

Nicht höher als 13 Meter über dem natürlichen Gelände dürfe die Halle sein, so die einstimmige Meinung des Gremiums. Daraufhin hat der Architekt noch einmal umgeplant und legte jetzt einen Plan für eine Halle mit 10,40 Metern Höhe vor. Damit waren die Vorgaben des Gemeinderats erfüllt. Trotzdem lehnten die Grünen und andere Gemeinderäte den Bauantrag ab, die Mehrheit allerdings stimmte zu.

Kein Interesse am Kauf?

Die Projekte im Ochenbrucker Industriegebiet haben in Schwarzenbruck eine zweijährige Vorgeschichte. Im Frühjahr 2016 erfuhr Bürgermeister Bernd Ernstberger, dass die Familienstiftung Petz als Grundbesitzerin die Industriegrundstücke verkaufen wollte. Deshalb wandte er sich im Mai 2016 an den Gemeinderat, man solle doch in den Fraktionen einmal überlegen, ob man die Immobilien nicht ankauft.

Damit mochte sich aber niemand anfreunden, so dass Petz an einen Investor veräußerte. Der kam dann auch prompt mit einem Bauantrag für eine erste große Logistikhalle, die inzwischen fast fertig ist. Einstimmig hat der Schwarzenbrucker Gemeinderat im Oktober 2016 die Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans beschlossen und damit die Halle quasi auf die Schienen gesetzt.

Martin Pfandzelter, Vorstandsvorsitzender des Investors VIB, stellte damals das Projekt im Schwarzenbrucker Rathaus vor, erläuterte, dass auf dem 62.000 Quadratmeter großen Grundstück im hinteren Bereich der Daimlerstraße eine Halle mit Laderampen für Lkw und Büroflächen sowie Parkplätzen für 120 Pkw entstehen sollten.

Dass mit dem Vorhaben der Firma VIB mehr Verkehr auf der B 8 zu erwarten sein wird, war den Gemeinderäten seinerzeit klar. Man rechnete damals aber offenbar damit, dass „bei einer einzelnen Parzellierung oder einer Belegung mit einem reinen Logistikunternehmen das Verkehrsaufkommen erheblich größer wäre“ – so hält es das Protokoll der Sitzung fest. Helga Schiel stellte in der Sitzung den Antrag für eine dreiminütige Unterbrechung, die die Grünen dann zur Beratung nutzten. Anschließend stimmte der Gemeinderat dem Antrag von VIB auf Vorbescheid zur Errichtung einer Logistikhalle einstimmig zu.

Sinneswandel

Dem Antrag auf Vorbescheid folgte im Mai 2017 dann der Bauantrag, der ebenfalls einstimmig durchging.

Der Sinneswandel bei den Grünen setzte schließlich im Sommer 2017 ein. Mit der Forderung nach einer Veränderungssperre für den Bebauungsplan im Industriegebiet konnten sie sich in der Gemeinderatssitzung im November allerdings nicht durchsetzen.

Als sich die Gemeinderäte im Mai dieses Jahres erneut mit der fast fertigen Logistikhalle befassen mussten, weil VIB sie anders aufteilen will, als zunächst geplant (wir berichteten), mahnten die Grünen an, dass hier höher gebaut worden sei, als nach genehmigtem Plan zugelassen. Ihrem Vorschlag, die Genehmigungen für den Bau rechtlich prüfen zu lassen, folgte dann die Mehrheit des Gemeinderats. Bis heute ist diese Prüfung nicht abgeschlossen, was auch mit der zurückliegenden Urlaubszeit in den Pfingstferien zusammenhängt.

Autor und Foto: Alex Blinten

 

 

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